Herausforderungen

Es waren nicht viele Lesungen, die ich im vergangenen, lesungstechnisch äußerst bescheidenen Jahr 2021 halten durfte. Jede von ihnen war etwas Besonderes.

Die von Carsten Koch charmant und witzig moderierte Lesung im Rahmen der LangLese wurde im Mai professionell aufgenommen und im Juni bei Youtube eingestellt. Im Oktober durfte ich in den wunderschönen Räumlichkeiten der InnenRaum-Klänge von Angela Westerhaus lesen. Begleitet wurde ich bei dieser Lesung das erste Mal seit langer Zeit von meinem Sohn Lennart Sprenger an der Gitarre.

Aber die herausfordernste war die Lesung vor Schüler:innen der 7. Jahrgangsstufe in der Schulbibliothek der Erich-Fried-Gesamtschule in Wuppertal-Ronsdorf am 28.10.21.

Junge Heranwachsende sind sehr kritische und ehrliche Leser:innen und Zuhörer:innen, daher hatte ich gewaltiges Muffensausen vor diesem Termin. Umso mehr hat es mich gefreut, dass die Lesung aus meinem Jugendbuchmanuskript mit dem Titel „Díe unbekannte Freundin“ von einem gebannt lauschenden Publikum so gut angenommen worden ist.  🙂

         

Wenn alles klappt wie geplant, wird der Roman im 2. Quartal 2022 veröffentlicht werden.

Lesung mit Autorin Martina Sprenger | Erich-Fried-Gesamtschule Ronsdorf (efg-ronsdorf.nrw)

Fleißiges neues Jahr

Das neue Jahr ist schon zwölf Tage alt und die Arbeit an meinem neuen Kinderbuchmanuskript mit dem Arbeitstitel „Agent 11 1/2 rockt die Lüneburger Heide“ geht voran. Im Schneckentempo, da ich eine sehr langsame Schreiberin bin. Von den drei Seiten, die ich mit Mühe geschrieben habe, lösche ich am nächsten Tag zwei wieder.  Aber … was lange währt, wird irgendwann fertig. 🙂

Im Mittelpunkt dieser lustigen Ferien- und Agentengeschichte für Leser:innen ab zehn Jahren steht der fast zwölfjährigen Paul, der mit seiner jüngeren Schwester und seinen Eltern in den Sommerferien zwei Wochen Urlaub auf einem Bauernhof in der Lüneburger Heide macht.

Dort ist es stinklangweilig und es gibt kein kostenfreies W-Lan in der Ferienwohnung. Eine Katastrophe! Paul vermisst seine beiden besten Kumpel Lukas und Ali und zu allem Überfluss hat sein Deutschlehrer der Klasse eine Ferienhausaufgabe aufs Auge gedrückt: alle müssen in einem Ferientagebuch jeden Tag ihre Erlebnisse aufschreiben.

Mit der Hand! Mit einem Füller! In einem Heft! Sowas machen doch nur Loser. Alle anderen posten auf Insta oder haben einen Vlog auf Youtube.  Und was soll Paul nur in dieses Tagebuch schreiben, wenn die Erlebnisse in der Lüneburger Heide nur zum Wegschnarchen sind?

Wie Paul das Problem lösen wird, erfahrt ihr demnächst in diesem Blog. 🙂

Fröhliche Weihnacht überall …

Euch allen wünsche ich besinnliche und friedvolle Weihnachtstage im Kreis eurer Lieben und einen guten und unfallfreien Rutsch ins neue Jahr!

Ich freue mich darauf, euch 2022 wiederzusehen, wiederzuhören und wiederzulesen.

Tür 23 von Hennis Adventskalender

Heute ist es mein Text, der sich hinter der 23. Tür von Hennis Adventskalender 2021 verbirgt. Ich freue mich sehr, dass ich dieses Jahr dabei sein darf und kann.

Was bisher geschah, könnt ihr im (kursiven) Beitrag von Hedda nachlesen. Morgen öffnet Sabine die 24. und damit letzte Tür.

Euch allen, die ihr am diesjährigen Adventskalender mitgeschrieben und die ihr mitgelesen habt, wünsche ich ein schönes und friedvolles Weihnachtsfest im Kreis der Menschen, die ihr liebt, und einen guten und unfallfreien Rutsch ins Jahr 2022, das hoffentlich weniger belastend wird als das bald vergangene.

Aus dem Augenwinkel erblicke ich ein Plakat. Werbung für xmas shopping in New York. Plötzlich läuft mein Leben wie ein Film vor mir ab. Der Abend mit Thommie, sein Auftritt mit der Band, dann der heiß ersehnte Kuss, später Maggie und er, hinter dem Gebüsch am Weg zur Kneipe, eng umschlungen, meine Wut, als er mit mir wegfahren will und ich die Autotür öffne und einfach raus renne in die Dunkelheit.

Dietmar, der mich später tröstet, den ich heirate, weil ich ihm dankbar bin, nicht etwa, weil ich ihn liebe. Unser unerfüllter Kinderwunsch, meine Karriere bei der Bank, New York, mein Absturz, als die Kündigung kommt. „Es tut uns leid, wir müssen umstrukturieren…“

Die Weihnachtsfeste. Alleine. Mit einer Flasche Wodka. Oder zwei. Dietmar, der mich nicht mehr aushält. Und jetzt stehe ich hier. Vor einem Karussell. Auf dem Allie ihre Runden dreht. Und wieder ist Thommie verschwunden…

Eine kleine Hand schiebt sich in meine. Sie fühlt sich warm und weich an, meine ist kalt und schwielig. Die Hand einer alternden Frau.

Allie drückt meine Hand ganz fest und lächelt zu mir herauf. Voller Vertrauen, ihr Gesicht ist entspannt und ganz offen. Ihr Blick neugierig und … ja … voller Liebe.

Ich suche in ihrem Gesicht nach Ähnlichkeit mit Maggie und Thommie. Die Farbe ihrer Augen, erinnert sie mich an meine ehemals beste Freundin? Die Form ihres Mundes, erkenne ich darin meinen ehemals besten Freund wieder?

Ein anderes Gesicht schiebt sich vor Allies. Das Gesicht eines Mädchens in ihrem Alter. Genauso offen und voller Vertrauen und Neugierde auf diese Welt. Erschrocken und zugleich bis ins Innerste berührt erkenne ich dieses Gesicht.

Das kleine Mädchen, dessen Hand ich in meiner halte, bin ich selbst als Kind. Dieser erwartungsfrohe und offene Blick ist mein eigener Blick auf die Welt, die sich vor mir ausbreitet mit all ihren Wundern. Ich schlucke den Kloß hinunter, der sich in meinem Hals festgesetzt hat, und lächele zurück.

„Alles ist gut“, sage ich zu Allie, die ich ist, und zu mir selbst, die ich Allie bin. Wir beide, sie und ich, verschmelzen miteinander in diesem magischen Augenblick vor dem blinkenden Kinderkarussell. „Alles ist gut.“

Allie nickt, ihr Blick ist voller Weisheit, und sie öffnet den Mund ….

Geschafft … der Blog ist fertig!

Dies ist mein erster offizieller Beitrag! Und wie es sich für einen Autorinnen-Blog gehört, starte ich in mein neues Autorinnen-Blog-Leben stilecht mit einer Autorinnen-Lesung.

Viel Vergnügen beim Hören und Zusehen bei der Lesung meiner Kurzgeschichte Der Kugelschreiber aus der Anthologie Wenn die Welt klein wird und bedrohlich – Schreiben aus der Corona-Isolation, die ich am 16.06.21 im Rahmen der LangLese 2021 gehalten habe.

Hier geht’s zum Video!